Bet Tfila

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Zu den zentralen Aufgaben der Bet Tfila — Forschungsstelle für jüdische Architektur in Europa zählt die Erfassung, Dokumentation und kritisch vergleichende Erforschung der sakralen und säkularen Architektur jüdischer Gemeinschaften in Europa. Es gilt, die Genese und Eigenart dieser Bauten und Einrichtungen im Kontext kultureller, historischer und technisch-materieller Entwicklungen darzustellen und zu begreifen.

Als eine deutsch-israelische Einrichtung universitärer Forschung ist sie Maximen der interdisziplinären und internationalen Zusammenarbeit verpflichtet. Die Ergebnisse ihrer Arbeit sind auf geeignete Weise zu veröffentlichen, um einen Beitrag zur Bewahrung jüdischen Kulturguts und zur Erweiterung des allgemeinen kulturhistorischen Bewusstseins zu liefern. Gleichzeitig soll der wissenschaftliche Nachwuchs mit der komplexen Thematik vertraut gemacht und in die universitäre Lehre eingebunden werden.

Seit 1994 arbeiten das Center for Jewish Art und das Institut für Baugeschichte mit dem Ziel zusammen, die baulich noch greifbaren Reste ehemaliger Synagogen, Ritualbäder und Friedhofsbauten in Deutschland zu erfassen, systematisch zu dokumentieren und Hinweise auf die Zerstörungen und Veränderungen seit 1938 zu sammeln.

Synagoge Ohel Jakob, München

 

Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden in Braunschweig und Jerusalem archiviert und der kritisch vergleichenden Forschung zugänglich gemacht. Jüdisches Kulturgut ist gefährdet, es droht vor allem in Europa, aber auch in Nordafrika, Vorderasien und anderen Regionen der jüdischen Diaspora, verlorenzugehen. Daher gehört in dieser Zeit des Umbruchs und der Neuorientierung die Erfassung und Dokumentation dieser Bauten und Einrichtungen zu den dringenden Aufgaben. So zeigen die Ergebnisse der bisherigen Untersuchungen, dass auch in Deutschland die Restbestände ehemaliger jüdischer Ritualbauten in ihrer Substanz gefährdet sind. Ihrer ursprünglichen Funktion beraubt, sind sie durch enstellende Umbauten oder gar vom Abriss bedroht.

Angesichts dieser Gefährdungen arbeitet das Center for Jewish Art an der Hebrew University of Jerusalem seit über 20 Jahren am Aufbau des Jerusalem Index of Jewish Art, einer Datenbank zur weltweiten Erfassung jüdischen Kulturguts aller Zeiten und Regionen. Bisher sind dort über 200.000 Objekte erfasst und systematisch beschrieben. Der Index gliedert sich in die Sektionen Antike jüdische Kunst, Hebräische illuminierte Handschriften, Ritualgerät und Synagogeneinrichtungen, Moderne jüdische Kunst und Architektur jüdischer Gemeinschaften.

Synagoge Duisburg

 

Arbeitsgruppe Braunschweig:
Bet Tfila – Forschungsstelle

Technische Universität Braunschweig
Pockelsstr. 4
38106 Braunschweig, Deutschland
Tel.: +49 (0) 531 / 391 – 25 26
synagogen@tu-bs.de

wiss. Leitung:
Prof. Dr. Alexander von Kienlin
Mitarbeiter:
Dr.-Ing. Katrin Keßler
PD Dr.-Ing. habil. Ulrich Knufinke
Dipl.-Ing. Mirko Przystawik

wiss. Hilfskraft:
Henrike Borck MSc.

wiss. Berater:
Prof. Dr. Harmen H. Thies
Dr.-Ing. Simon Paulus

Arbeitsgruppe Jerusalem:
Bet Tfila – Forschungsstelle
c/o Center for Jewish Art
Hebrew University of Jerusalem
Humanities Building, Mount Scopus
Jerusalem 91905, Israel
Tel.: +972 (0) 25 88 22 81
Fax.: +972 (0) 25 40 01 05
cja@mail.huji.ac.il

Leitung:
Dr. Vladimir Levin M.A.
Mitarbeiter:
Dipl.-Ing. Zoya Arshavsky
Dr.-Ing. Sergey Kravtsov