ARCHITEKTURPOSITIONEN: ANDREAS HILD – HILD & K, MÜNCHEN BERLIN

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Event:
ARCHITEKTURPOSITIONEN: ANDREAS HILD – HILD & K, MÜNCHEN BERLIN
Beginn:
17. Januar 19:00
Ende:
17. Januar 20:30
Category:
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Updated:
7. Oktober

Einerseits spricht sich Andreas Hild für eine volksnahe Architektur aus, indem er sagt: „Wenn es Architekten nicht gelingen sollte, populäre Bezüge in ihre Arbeit aufzunehmen, die auch von Menschen außerhalb der Disziplin verstanden werden (…), dann werden sie sich selbst sehr schnell überflüssig machen.“. Andererseits geißelt er die Architektur von ihm so genannter Gebilde, die auf einfache Wiedererkennbarkeit und vermeintliche Originalität setzten. Die damit gemeinte Objekt-Architektur bediene sich Referenzen außerhalb des Metiers, sei ohne (fachliche) Vorkenntnisse konsumierbar und erlange leicht populistische Zustimmung. Er plädiert dagegen für das Entwerfen als innerarchitektonischen Diskurs. (Zu entwerfende) Gebäude bezögen sich auf Häuser, auf den Bestand der gebauten oder auch gedachten Architekturen. Das Bauen im Bestand ist konsequenterweise das wichtigste Handlungsfeld von Hild und K. In diesem Zusammenhang formulieren die Architekten einen besonderen Ansatz der Denkmalpflege. Prämisse ist nicht das Trennen und Differenzieren historischer Schichten. Stattdessen wird ein „Weiterschreiben“, das Verschmelzen und Ineinanderweben von Elementen aus unterschiedlichen Zeiten praktiziert. Dies geschieht gelegentlich mit Ironie, wie bei der „Rekonstruktion“ einer kriegszerstörten Gründerzeit-Fassade: die Originalzeichnung wurde auf die bestehende Fassade übertragen und als Relief in den Putz eingelegt, inklusive Knickfalten und Flecken im Papier. Beim Umbau und der Erweiterung eines Klosters operierten die Architekten mit so genannten Spolien: historische Versatzstücke wurden aus dem Bestandsbau ausgebaut und in den Neubau integriert. Ähnlich nonchalent erhält ein Stahlbetonskelettbau aus den 1960er Jahren eine neo-expressionistische Ziegelfassade mit ondulierenden Lisenen. Die Projekte von Hild und K sind vorwiegend in München lokalisiert. Für ihre Arbeit wurde ihnen (neben vielen anderen Auszeichnungen) der Preis für Stadtbildpflege 2012 und 2016 und der Architekturpreis 2012 der bayerischen Landeshauptstadt verliehen.

Andreas Hild studierte Architektur an der ETH Zürich und der TU München, wo er 1989 sein Diplom erlangte. 1992 gründete er gemeinsam mit Tillmann Kaltwasser das Büro Hild und Kaltwasser Architekten. Seit 1999 firmiert das heute von Andreas Hild, Dionys Ottl und Matthias Haber geleitete Büro unter dem Namen Hild und K Architekten. Nach verschiedenen Lehraufträgen und Gastprofessuren ist Andreas Hild seit 2013 Professor für Entwerfen, Umbau und Denkmalpflege an der TU München.